Jahresbericht 2025

Verschärfte Bedrohungslage und höhere Fallzahl: Im vierten Jahr ihres Bestehens als Landesoberbehörde gibt die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg in ihrem Jahresbericht Einblicke in die aktuelle Cybersicherheitslage, ihre Angebote und Projekte.

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Die Cybersicherheitsagentur schätzt die Cyberbedrohungslage in Baden-Württemberg unverändert hoch ein. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kommt für Deutschland zu ähnlichen Erkenntnissen. Die CSBW registrierte 2025 insgesamt eine deutlich höhere Fallzahl und insbesondere einen großen Anstieg der Anzahl sicherheitsrelevanter Ereignisse.

Frau, links, blaues Oberteil, zufrieden, Hintergrund Backsteinhäuser und blauer Himmel

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Die Bedrohungslage im Cyberraum hat sich auch 2025 weiter verschärft. Cyberangriffe gefährden unsere staatlichen Institutionen, unsere Wirtschaft und unsere kritischen Infrastrukturen wie Energieversorgung, Verkehr und Gesundheitswesen.

Nicole Matthöfer, Präsidentin der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg

Aktuelle Cybersicherheitslage im Land

Für Baden-Württemberg hat die CSBW im vergangenen Jahr insgesamt 979 Fälle unterschiedlicher Schwere erfasst und bearbeitet. Im Vergleich zum Vorjahr (2024) steigerten sich die erfassten Fälle um rund 90 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der von der CSBW erfassten Sicherheitsvorfälle nur unwesentlich, die der registrierten sicherheitsrelevanten Ereignisse jedoch um knapp 140 Prozent. 

  • Die Verwaltungsvorschrift zur Informationssicherheit, erlassen vom baden-württembergischen Innenministerium, unterscheidet zwischen Sicherheitsvorfällen und sicherheitsrelevanten Ereignissen. Sicherheitsrelevante Ereignisse können sich zum Sicherheitsvorfall entwickeln und werden nur in der jeweiligen End-Kategorie gezählt. 

Hierbei liegt der größte Anteil bei potenziell kompromittierten Zugangsdaten, Phishing-Versuchen und verdächtig erscheinenden E-Mails sowie ausnutzbaren Schwachstellen in IT-Systemen. Die Zahl der erfassten Kompromittierungen von Passwörtern und damit verbundenen Accounts hat sich im Vergleich zu 2024 mehr als verdoppelt. Dies ist auch auf ein deutlich verbessertes und ausgeweitetes Monitoring zurückzuführen, wodurch mehr Vorfälle erkannt werden konnten.

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Die CSBW beobachtet, dass es infolge technischer Entwicklungen immer einfacher wird, einen Cyberangriff durchzuführen. Mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Phishing-Mails werden beispielsweise immer häufiger und immer besser – und lassen die Erfolgsquote der Kriminellen steigen. Wenn eine Cybergruppierung eine solche E-Mail an eine Million Empfänger verschickt und nur ein Promille der Empfänger darauf hereinfällt, hat sie bereits 1.000 potenzielle Opfer, die sie ausbeuten kann.

Erfolgreiche Ransomware-Angriffe auf Schulen und Kommunen

Im Berichtszeitraum kam es zu Fällen ganz unterschiedlicher Schwere. Von großer Bedeutung und mit schwerwiegenden Folgen bei den Betroffenen waren beispielsweise der erfolgreiche Angriff auf den Online-Shop einer Landesinstitution, die zum Teil erfolgreiche Netzwerkkompromittierung einer Hochschule und eine schwerwiegende Fehlkonfiguration der Website einer Kommune. Außerdem erfasste die CSBW erfolgreiche Ransomware-Angriffe auf drei Schulen und zwei Kommunen.

Die anderen registrierten Fälle hatten keine so schwerwiegenden Folgen oder größere Auswirkungen bei den Betroffenen. In den Fallzahlen sind auch kurzzeitige Störungen, Systemausfälle oder Benutzungsfehler berücksichtigt, sofern diese die Verfügbarkeit beeinträchtigten.

Illustration Detektion

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Betroffene Zielgruppen

Die Anzahl der Sicherheitsvorfälle in Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie bei Unternehmen in kommunaler Trägerschaft stieg um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der sicherheitsrelevanten Ereignisse stieg um mehr als 150 Prozent.

In der Landesverwaltung halbierte sich die Anzahl der Sicherheitsvorfälle im Jahr 2025. Die Anzahl der sicherheitsrelevanten Ereignisse stieg hingegen um knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An Hochschulen, Universitäten und vergleichbaren Einrichtungen stieg Die Anzahl der Sicherheitsvorfälle nur leicht an. Die Anzahl der sicherheitsrelevanten Ereignisse verzeichnete jedoch auch hier einen Anstieg um mehr als 160 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Unabhängig von der jeweiligen Zielgruppe unterstützte und beriet die CSBW unter anderem bei der Untersuchung verdächtiger Dateien und E-Mails sowie bei der Prüfung von E-Mail-Konten auf eine mögliche Kompromittierung. Darüber hinaus untersuchte sie verdächtiges Verhalten in IT-Systemen und führte umfassende forensische Analysen von IT-Systemen und Netzwerksegmenten durch. Bei der Bewältigung von Sicherheitsvorfällen unterstützte die CSBW die betroffenen Stellen zudem bei der Vorfallbewältigung und beriet sie in Fragen der Krisenkommunikation.

Potenzielle Schäden in Höhe von 24 Millionen Euro verhindert

Ergänzend zu den bei der CSBW eingehenden Meldungen vervollständigt das Cyber-Monitoring der CSBW das Lagebild. Durch das Cyber-Monitoring der CSBW konnten 2025 potenzielle Schadenssummen in Höhe von 24 Millionen Euro verhindert werden. Insofern ist die CSBW eine gute Investition in die Cybersicherheit des Landes.

Die CSBW überwacht mit ihrem Cyber-Monitoring den Cyberraum auf:

  • Angekündigte und durchgeführte Ransomware-Angriffe sowie geleakte Daten
  • Credential Leaks
  • Schwachstellen in IT-Systemen und Software
  • Kompromittierte IT-Systeme und Netzwerke
  • Angekündigte und durchgeführte DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service)

Über etwaige Funde informiert die CSBW betroffene Behörden, Institutionen und Unternehmen. So können Betroffene bestehende Sicherheitslücken schließen und sich auf mögliche Auswirkungen gezielt vorbereiten. Durch die Nutzung von Cyber-Threat-Intelligence-Plattformen kann die CSBW mehr Fälle häufiger und früher erkennen. Dies mildert die Auswirkungen eines Angriffs oder verhindert ihn sogar komplett. Dadurch trägt die CSBW deutlich zur Verbesserung der Cybersicherheit bei.

Die Zukunft der Cybersicherheit in Baden-Württemberg

Generell gilt: Die Sensibilisierung für die Bedeutung von Cybersicherheit muss auf allen Ebenen, vom Sekretariat bis zur Hauspitze, vom Hausdienst bis zur IT-Abteilung, von der Pforte bis zur Leitungsebene, stattfinden. Die vielfältigen Präventionsangebote der CSBW werden daher weiter an Bedeutung gewinnen, da der beste Vorfall immer noch der ist, der gar nicht erst eintritt.

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Cybersicherheit ist ein extrem dynamisches Feld, entsprechend schnelllebig ist auch unser Arbeitsalltag. Wir müssen immer auf dem neuesten Stand bleiben.

Björn Schemberger, CSBW-Vizepräsident und Abteilungsleiter Detektion und Reaktion

Noch völlig unkalkulierbar ist, wie schnell und weitgehend die Veränderungen durch KI-Modelle voranschreiten werden. 2026 wird diesbezüglich sicherlich ein Jahr der Weichenstellung sein und auch die CSBW wird ihr Angebotsportfolio darauf ausrichten müssen.

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Die CSBW wird auf alle neuen Bedrohungen und Herausforderungen flexibel und anpassungsfähig reagieren müssen. Schon heute leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Baden-Württemberg und ist als dritte Säule der Sicherheitsarchitektur des Landes unerlässlich für das Land.

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