CSBW verzeichnet bereits mehr Cybervorfälle als im gesamten Vorjahr: LfDI empfiehlt IT-Sicherheitscheck
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Der LfDI empfiehlt den Landes- und Kommunalverwaltungen aktuell, ihre technischen Systeme auf mögliche Sicherheitslücken zu überprüfen. Die Behörde warnt vor der zunehmenden Bedrohung durch Phishing und Hackerangriffe. Bereits jetzt verzeichnet sie für das laufende Jahr mehr als 1.900 IT-Sicherheitsvorfälle, die gemäß Artikel 33 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) meldepflichtig sind. In den kommenden Monaten will der LfDI stichprobenartig kontrollieren, ob öffentliche Stellen die erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten umsetzen.
Gelangen personenbezogene oder andere sensible Daten in die Hände von Angreifenden und werden beispielsweise im Darknet veröffentlicht, lassen sie sich häufig nicht mehr vollständig zurückholen und können als Einfallstor für weitere Angriffe dienen. Neben dem Schutz der Daten sind aber auch die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs und die schnelle Reaktion auf Sicherheitsvorfälle von zentraler Bedeutung.
Cyberbedrohung in BW: Bereits 1.182 Fälle im Jahr 2026
Als zuständige Behörde für die Cybersicherheit in Baden-Württemberg bewertet die CSBW die Bedrohungslage auch 2026 als hoch. Nach Angaben des Lagezentrums wurden im laufenden Jahr bislang 1.182 Fälle erfasst und bearbeitet. Damit liegt die Zahl bereits über dem Gesamtjahreswert von 2025: Im vergangenen Jahr verzeichnete die CSBW insgesamt 979 Fälle. Dies entspricht einem Anstieg von rund 21 Prozent gegenüber dem gesamten Vorjahr.
Die erfassten Fälle reichen von erfolglosen Phishingversuchen über kompromittierte Zugangsdaten bis hin zu Systeminfektionen durch Ransomware. Bei Ransomware-Angriffen verschlüsseln Kriminelle beispielsweise Systeme oder Daten und fordern Lösegeld für deren Freigabe. Solche Angriffe können den Betrieb von Unternehmen und Behörden erheblich beeinträchtigen.
Die bisherige Verteilung der von der CSBW erfassten Fälle im Jahr 2026 zeigt, welche Bereiche betroffen sind:
- 594 Fälle im Hochschul- und Universitätsbereich
- 319 Fälle im Bereich der Kommunen, kommunalen Unternehmen, Landesverwaltung und nachgeordneten Bereichen
- 162 Fälle bei Privatpersonen
- 107 Fälle bei Wirtschaftsunternehmen
Die Zahlen beziehen sich auf die von der CSBW erfassten und bearbeiteten Fälle und bilden nicht sämtliche tatsächlichen Cyberangriffe im Land ab. Von einem erheblichen Dunkelfeld ist auszugehen: Eine Meldepflicht an die CSBW besteht nur für die Landesverwaltung. Privatunternehmen und der kommunale Bereich unterliegen beispielsweise keiner entsprechenden Meldepflicht an die CSBW, im Gegensatz zu datenschutzrechtlichen Vorschriften, die eine Meldung vorschreiben.
Cybersicherheitsvorfälle melden – auch freiwillige Meldungen sind wichtig
Freiwillige Meldungen helfen dabei, die aktuelle Bedrohungslage in Baden-Württemberg besser einzuschätzen, Angriffsmuster frühzeitig zu erkennen und andere potenziell betroffene Einrichtungen zu sensibilisieren. Sie tragen damit dazu bei, die Cybersicherheit über die einzelne Organisation hinaus zu stärken.
„Davon profitieren letztlich alle, wenn es uns gelingt, vor Angriffswellen zu warnen und somit Schaden zu verhindern“, erklärt Nicole Matthöfer, Präsidentin der CSBW.
Auch das Cybermonitoring der CSBW leistet einen Beitrag zur Schadensvermeidung. Durch frühzeitige Informationen konnten nach Angaben der CSBW im Jahr 2025 Schäden in Höhe von rund 24 Millionen Euro verhindert werden. Rechtzeitige Warnungen ermöglichen es potenziell Betroffenen, Angriffe schneller einzuordnen und gezielt zu reagieren.
Hilfe finden und Vorfall melden: Cyber-Ersthilfe BW
Die Cyber-Ersthilfe BW ist die zentrale Kontakt- und Meldestelle für Cybersicherheitsvorfälle in Baden-Württemberg. Wer den Verdacht hat, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein, kann sich an sie wenden. Die Anlaufstelle unterstützt bei der Einordnung des Vorfalls, gibt erste Hilfestellungen und vermittelt weitere Anlaufstellen.
Unterstützungsangebote der CSBW nutzen
Die CSBW unterstützt die Landesverwaltung, Kommunen, weitere öffentliche Stellen sowie Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger dabei, ihre Informationssicherheit zu stärken und sich auf Cyberbedrohungen vorzubereiten.
Zu den Angeboten der CSBW zählen unter anderem:
Jetzt handeln und Vorsorge stärken
Die Empfehlungen des LfDI und die aktuellen Fallzahlen der CSBW unterstreichen, dass Cybersicherheit eine kontinuierliche Aufgabe ist. Öffentliche Stellen sollten ihre Systeme und Prozesse regelmäßig überprüfen, erkannte Schwachstellen priorisiert beheben und Beschäftigte für aktuelle Bedrohungen sensibilisieren.
Die CSBW unterstützt dabei mit ihren Beratungs- und Informationsangeboten. Darüber hinaus trägt jede freiwillige Meldung eines Cybersicherheitsvorfalls dazu bei, das Dunkelfeld zu verringern und die Cybersicherheit in Baden-Württemberg insgesamt zu stärken.