Cybersicherheit im Handwerk: Risiken erkennen, Angebote nutzen

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Handwerksbetriebe stehen zunehmend im Visier von Cyberangriffen. Susanne Krieg zeigt in ihrem Vortrag „Sichere Werkzeuge, sichere Zukunft: Cybersicherheit im Handwerk“, wie sich KMU der Handwerksbranche wirksam schützen können. Die CSBW unterstützt mit kostenfreien Angeboten.

© CSBW

„Viele kleine und mittlere Unternehmen wiegen sich in falscher Sicherheit. Dabei sind gerade sie ein attraktives Ziel für Cyberangriffe, weil Schutzmaßnahmen oft lückenhaft sind“, sagt Susanne Krieg, Stabsleiterin der CSBW. Bei der Informationsveranstaltung „Aus Schaden wird man (hoffentlich) klug!“ der Innung Metallbau und Feinwerktechnik Heilbronn am 14. April 2026 macht sie deutlich: „Cybersicherheit ist nicht nur ein Thema für Großunternehmen – sie betrifft das Handwerk ganz unmittelbar.“

Cybersicherheit ist nicht nur ein Thema für Großunternehmen – sie betrifft das Handwerk ganz unmittelbar.

Susanne Krieg, Stabsleiterin der CSBW

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In ihrem Vortag „Sichere Werkzeuge, sichere Zukunft: Cybersicherheit im Handwerk“ zeigt Susanne Krieg eindrücklich, welche realen Risiken bestehen – und wie Betriebe sich wirksam schützen können. Denn: Die Bedrohungslage verschärft sich kontinuierlich. Die Zahl der veröffentlichten Hackerangriffe auf deutsche Unternehmen hat sich zwischen 2021 und 2024 mehr als vervierfacht. Laut polizeilicher Kriminalstatistik 2024 richten sich rund 80 Prozent der 950 analysierten Ransomware-Angriffe gegen kleine und mittlere Unternehmen.

Die Folgen eines Cyberangriffs können im Handwerk enorm sein:

  • Produktionsstillstand: Ohne Zugriff auf IT-Systeme stehen Büro, Maschinen und Fertigung still. 
  • Störungen in der Lieferkette: Auftraggeber geraten unter Druck, eigene Produktionsprozesse anzupassen. 
  • Erheblicher finanzieller Schaden: Neben möglichen Lösegeldzahlungen entstehen Kosten für Wiederherstellung, Ausfälle und Folgeschäden. 
  • Rechtliche Risiken und Vertrauensverlust: Datenabflüsse können DSGVO-Verstöße und Reputationsschäden nach sich ziehen. 
  • Verlust von Know-how: Sensible Unternehmensdaten und Betriebsgeheimnisse geraten in falsche Hände und gefährden die Wettbewerbsfähigkeit. 

Um kleine und mittlere Unternehmen gezielt zu unterstützen, bietet die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg ein breites Portfolio kostenfreier Leistungen:

  • Praxisnahe Informationsangebote: Factsheets, Erklärvideos und Handlungsempfehlungen auf der Website 
  • Vorträge und Veranstaltungen: Direkter Wissenstransfer in Betriebe, Kammern und Verbände 
  • Threat Intelligence: Frühzeitige Warnungen durch Bedrohungsanalysen und Darknet-Monitoring 
  • Warn- und Informationsdienst: Aktuelle Sicherheitshinweise und konkrete Alerts für Unternehmen 
  • CyberSicherheitsCheck für KMU (CSC KMU): Strukturierte Analyse der eigenen Sicherheitslage mit konkreten Handlungsempfehlungen 

Der Appell der CSBW: Cybersicherheit ist kein optionales Extra, sondern eine Notwendigkeit. Unternehmen sollten die Risiken ernst nehmen, ihre Mitarbeitenden für die Gefahren sensibilisieren und konkrete Maßnahmen ergreifen – den jeder Betrieb kann zum Ziel werden. 

  • Der CyberSicherheitsCheck für KMU ist ein niedrigschwelliges Beratungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen in Baden-Württemberg. In einem etwa einstündigen Gespräch sensibilisieren geschulte Beraterinnen und Berater die Unternehmensleitung für zentrale Cybersicherheitsthemen. Auf Basis einer strukturierten Bestandsaufnahme erhalten Betriebe konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung ihrer IT-Sicherheit.

  • Das Cybersicherheits-Portal auf der Website der CSBW bündelt konkrete Werkzeuge, wie einen Website-Scanner. Ergänzt wird dies durch den CyberSicherheitsCheck für KMU, aktuelle Warnmeldungen und Lageinformationen sowie das Meldeformular der Cyber-Ersthilfe BW. So dient das Portal nicht nur der Information, sondern unterstützt den Aufbau nachhaltiger Cybersicherheitsstrukturen im Betrieb.